Rund 30 Teilnehmende beim Waldrundgang im Gemeindewald
Auf reges Interesse stieß der diesjährige öffentliche Waldrundgang der Gemeinde Roßdorf mit Revierförsterin Lara Kieselack. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über den Zustand des Gemeindewaldes, die Folgen des Klimawandels und die vielfältigen Aufgaben der modernen Forstwirtschaft zu informieren.
Während der etwa zweistündigen Exkursion vom Parkplatz Kubigbrücke bis zur Vogelschutzhütte erläuterte Revierförsterin Lara Kieselack anschaulich die wichtigsten Herausforderungen, mit denen der Roßdörfer Wald aktuell konfrontiert ist. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen des außergewöhnlich warmen und trockenen Sommers 2026.
So lagen die Temperaturen im Sommer 3,7 Grad über dem bisherigen Mittelwert, an mehreren Tagen wurden über 40 Grad Celsius gemessen. Insgesamt gab es 28 heiße Tage mit mindestens 30 Grad sowie acht sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad. Gleichzeitig fiel rund 50 Prozent weniger Niederschlag als üblich. Diese Entwicklung setzt den heimischen Wald zunehmend unter Druck und macht langfristige Anpassungsmaßnahmen erforderlich.
„Die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen sind im Wald deutlich sichtbar. Um unseren Gemeindewald auch für kommende Generationen zu erhalten, müssen wir ihn aktiv begleiten und an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Dazu gehören Maßnahmen zur Wasserrückhaltung ebenso wie die Förderung widerstandsfähiger Baumarten“, erläuterte Revierförsterin Lara Kieselack während des Rundgangs.
Neben den Klimafolgen informierte sie die Teilnehmenden über ihre Aufgaben als Leiterin des Forstreviers Roßdorf. Themen waren unter anderem die Holzernte, die Verkehrssicherung entlang von Waldwegen, der Naturschutz sowie die nachhaltige Bewirtschaftung des Gemeindewaldes.
Ein weiterer Halt des Rundgangs führte zu einem der sogenannten „Methusalembäumen“ im Gemeindewald. Mit diesem Projekt schafft die Gemeinde dauerhaft geschützte Lebensräume, indem einzelne alte und ökologisch wertvolle Bäume langfristig aus der Nutzung genommen werden. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich an diesem Projekt zu beteiligen und mit einer Spende zum Erhalt dieser besonderen Bäume und damit zur Förderung von Natur- und Artenschutz im Gemeindewald beizutragen.
Bürgermeister Norman Zimmermann, der den Termin nicht persönlich begleiten konnte, betonte die Bedeutung solcher Informationsangebote: „Unser Wald ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in Roßdorf. Umso wichtiger ist es, die Bürgerinnen und Bürger über die Herausforderungen und Entwicklungen im Gemeindewald zu informieren. Ich freue mich sehr über das große Interesse und danke Revierförsterin Lara Kieselack für ihre fachkundige Führung.“
An der Vogelschutzhütte bot sich den Teilnehmenden bei Getränken die Gelegenheit zum weiteren Austausch. Die Gemeinde Roßdorf bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die Teilnahme und das Interesse am heimischen Wald. Der Waldrundgang hat erneut gezeigt, wie wichtig der Dialog über die Zukunft des Waldes und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels ist.



