Bürgerinfoabend: Auftakt für das Förderprogramm „Lebendige Zentren“
Am Dienstagabend (25. August 2026) informierte die Gemeinde Roßdorf in der Alten Turnhalle über den Start des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die Ortsmitte in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren weiterentwickeln und attraktiv gestalten lässt.
Mit der Aufnahme in das Programm eröffnet sich für die Gemeinde die Möglichkeit, erhebliche Fördermittel von Bund und Land einzuwerben. Bürgermeister Norman Zimmermann bezeichnete dies als einen wichtigen Meilenstein für die zukünftige Entwicklung Roßdorfs und verglich die Bedeutung des Programms mit der Dorferneuerung der 1980er-Jahre, allerdings in deutlich größerem Umfang.
Die Grundlage für den gesamten Prozess bildet das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Dieses soll die strategischen Ziele für die Entwicklung der Ortsmitte festlegen und daraus konkrete Projekte ableiten. Begleitet wird die Gemeinde dabei vom Planungsbüro Rittmannsperger Architekten aus Darmstadt, das bereits zahlreiche Kommunen bei vergleichbaren Förderprogrammen unterstützt hat.

Stadtplanerin Sandra Herrmann erläuterte, dass das ISEK den ersten Schritt im Förderverfahren darstellt. Gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Bürgerschaft sollen Leitlinien erarbeitet werden, die als Grundlage für künftige Maßnahmen dienen. Das zuständige Ministerium empfehle dabei ausdrücklich, langfristig und mit Weitblick zu planen. Nach Erfahrungen des Planungsbüros können Kommunen innerhalb eines Förderzeitraums von zehn bis fünfzehn Jahren Fördermittel zwischen fünf und 25 Millionen Euro erhalten, abhängig vom jeweiligen Investitionsvolumen.
Welche Projekte umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest. Das Verfahren befindet sich noch in einer frühen Phase. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf baulichen Maßnahmen, etwa der Modernisierung oder dem Neubau von Gebäuden, der Aufwertung öffentlicher Freiflächen sowie Verbesserungen im Straßen- und Verkehrsraum.
In die weiteren Planungen fließen zudem Ergebnisse früherer Bürgerbeteiligungen aus dem Programm „Zukunft Innenstadt“ ein. Auf dieser Grundlage wurde auch das vorgesehene Fördergebiet definiert, das noch von den politischen Gremien beschlossen werden muss. Das Gebiet umfasst die Roßdörfer Ortsmitte und reicht vom Bürgerzentrum Neue Schule über den Friedhof und die Geißberganlage bis zur Riedsbachaue und dem BHZ.
In den kommenden Monaten wird das Planungsbüro Gespräche mit lokalen Akteurinnen und Akteuren führen. Zudem ist für den Herbst eine Begehung mit der Kommission für Ortsentwicklung vorgesehen.

Auch die Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin aktiv eingebunden. Neben den bereits beim Informationsabend gesammelten Anregungen sind zusätzliche Online-Beteiligungsformate geplant. Bis zum Jahresende soll ein erster Fahrplan für das Ministerium vorliegen. Anpassungen und Ergänzungen bleiben auch später möglich, um auf künftige Entwicklungen reagieren zu können.
Mit dem Start des Prozesses beginnt nun eine langfristige gemeinsame Aufgabe für Verwaltung, Politik und Bürgerschaft. Bürgermeister Norman Zimmermann brachte dies zum Abschluss des Abends treffend auf den Punkt: „Es handelt sich nicht um einen Sprint, sondern um einen Marathon, dessen erste Etappe nun begonnen hat.“



