Ausbreitung der Großen Drüsenameise: Gemeinde bittet um Aufmerksamkeit und Meldungen
Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum), ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland aus und wurde inzwischen auch in Hessen nachgewiesen. Eingeschleppt wird die Art vor allem über den Pflanzenhandel, insbesondere durch südländische Topfpflanzen. Aufgrund ihrer Lebensweise kann sie große unterirdische Superkolonien bilden und dabei erhebliche Schäden verursachen – sowohl an Infrastruktur als auch im Bereich der Schädlingsbekämpfung.
Um mögliche Vorkommen frühzeitig zu erkennen, beteiligt sich die Gemeinde Roßdorf gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt an einem Bestimmungsservice. Verdachtsfälle können über ein Meldeportal eingereicht werden. Die fachliche Bestimmung erfolgt durch Expertinnen und Experten der Entomologie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.
Die Art lässt sich auch von Laien mit etwas Aufmerksamkeit von den meisten heimischen Ameisen unterscheiden. Auffällig sind unter anderem sehr große Kolonien, breite Ameisenstraßen im Sommer, ein intensiver Geruch bei Reizung sowie ein flacher, vom Hinterleib verdeckter Körperknoten. Fotos der Tiere, der Kolonie und möglicher Sandauswürfe helfen bei der Einschätzung. Bei bestätigtem Verdacht sollte eine Meldung über das Portal erfolgen, damit eine fachliche Überprüfung stattfinden kann.
Im Gemeindegebiet Roßdorf sind derzeit zwei Standorte bekannt, an denen ein Befall vermutet wird. Wichtig ist, dass Verdachtsfälle zusätzlich beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie gemeldet werden. Über die dortige Seite können ebenfalls Fotos zur Bestimmung hochgeladen werden. Zur besseren Einordnung der Situation vor Ort wird zudem um eine ergänzende Meldung an das Umweltamt der Gemeinde Roßdorf unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten.
Die Gemeinde appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, aufmerksam zu sein und mögliche Sichtungen zu melden. Jede Rückmeldung trägt dazu bei, die Ausbreitung der Art frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten, um Natur, Infrastruktur und heimische Artenvielfalt zu schützen.




