Ort der Erinnerung und Begegnung: Neue Hütte im Grolmanshof eröffnet
Mit der feierlichen Einweihung am 24. November 2025 ist ein Stück Gundernhäuser Geschichte wieder sichtbar geworden: Die Hütte im Park Grolmanshof steht erneut – liebevoll rekonstruiert nach historischem Vorbild und bereit für neue Begegnungen.
Ursprünglich wurde die Hütte um 1900 von der evangelischen Kirchengemeinde Gundernhausen als Teil des damaligen Kindergartens errichtet. Freiherr von Heyl zu Herrnsheim zu Worms hatte dem Frauen-Verein Gundernhausen das Parterre des Herrschaftshauses sowie den kleinen Garten im Grolmanshof zur kostenlosen Nutzung überlassen. Bereits am Sonntag nach Ostern 1900 wurde die Hütte feierlich eröffnet[1]. Zwischen 1902 und 1911 entstanden zahlreiche Fotos von Kindergartenkindern vor dem Gebäude – wertvolle Zeugnisse einer lebendigen Gemeindegeschichte. Mit dem Neubau des Kindergartens in der Robert-Koch-Straße im Jahr 1965 endete die ursprüngliche Nutzung. Danach dienten die Räume verschiedenen Vereinen. Wann die Gartenlaube schließlich verschwand, ist nicht dokumentiert.
Die Initiative zum Wiederaufbau kam 2020 vom Forum Gundernhausen, das vorschlug, in einer neuen Hütte einen Bücherschrank und eine Hörstation mit regionaler Mundart unterzubringen. Daraufhin nahm das Forum Kontakt mit der Gemeinde auf. Im Januar 2020 beschloss die Gemeinde, die Hütte nach historischem Vorbild neu zu errichten. Pandemiebedingte Einschränkungen verzögerten die Umsetzung, doch Walter Röder setzte die Planung mit großem Engagement fort. Unterstützt wurde er von Georg Klump, der 2021 eine historische Zeichnung mit Lageplan anfertigte, und Thomas Barthel, der 2022 die Baukosten kalkulierte. Ein alternativer Standort wurde geprüft, jedoch von der Denkmalbehörde abgelehnt – die Hütte sollte an ihrem ursprünglichen Platz stehen. Der Tod von Gunula im September 2022 und später von Walter Röder im März 2024 waren schmerzliche Rückschläge. „Beide haben das Projekt maßgeblich vorangetrieben und ihr Einsatz für das Projekt bleibt unvergessen“, sagt Bürgermeister Norman Zimmermann bei der Eröffnung der Hütte.
2024 folgten Gespräche mit dem Denkmalschutz, dem Bauhof und weiteren Beteiligten. Im Januar wurde beschlossen, auch die Renovierung der Mauer und des Tores in einen Förderantrag beim Kreis einzubinden. Die Auftaktbesprechung fand im März 2024 in der Woistubb statt – mit Georg Klump, Thomas Barthel, Willi Horneff und Walter Röder. Der erste Spatenstich erfolgte im August 2024. Die Fundamente wurden von den Kerbborsch ausgehoben, die Dachdeckung übernahm eine Fachfirma – die Ziegel dafür wurden gespendet. Die Gemeinde Roßdorf hat Gelder für die weiteren Materialkosten aus dem Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ abgerufen und bereitgestellt.
Nun steht die neue Hütte – als Zeichen gelebter Erinnerung und als Ort der Gemeinschaft. „Sie ist ein Zeichen gelebter Erinnerung und neuer Begegnung im Herzen Gundernhausens, im Grolmanshof“, sagte Georg Klump bei seiner Eröffnungsrede. Bürgermeister Norman Zimmermann bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern und fügte hinzu: „Mein besonderer Dank geht an Georg Klump, Willi Horneff, Thomas Barthel und Walter Volk für ihre großartige Arbeit und Unterstützung. Jetzt haben wir einen wunderbaren Nachbau nach historischem Vorbild, wo man sich gemütlich zusammensetzen kann.“
[1] evKAGdh C1 Nr. 05K-101/01.









